Schellackpolitur

Was ist SChellackpolitur und welches ist die beste LAckart für eine Flamencogitarre


Auftragen der Schellacklösung auf den Polierballen
Auftragen der Schellacklösung auf den Polierballen

Welche Lackierung für ein gutes Instrument verwendet werden soll ist umstritten und wird je nach Gitarrenbauer unterschiedlich bewertet.

 

Ich verwende bei meinen Gitarren fast ausschließlich eine traditionelle Schellackpolitur. Dieses Verfahren ist grundsätzlich technisch erst einmal sehr einfach anzuwenden. Um eine glasähnliche Tiefe in der Hochglanzpolitur zu erreichen bedarf es jedoch einiger Erfahrung und reichlich Geschick.


Für eine vollkommene Schellackpolitur ist viel Zeit und Handarbeit erforderlich.

 

 

Auspolieren der Oberfläche mit dem Polierballen und Öl
Auspolieren der Oberfläche mit dem Polierballen und Öl

In der Regel benötige ich für eine Gitarre hierzu etwa ein Zeitfenster von zwei bis vier Wochen. In dieser Zeit wird einmal Täglich eine Politurschicht aufgetragen.

 

Dieser Aufwand rechtfertigt sich jedoch aufgrund der Schönheit einer solchen Schellackpolitur ebenso wie durch die klanglichen Eigenschaften dieses hauchdünnen Lacks.

 

Es ist unumstritten, das eine Schellackpolitur nicht die Dauerhaftigkeit und Widerstandsfähigkeit einer modernen Lackierung hat. Im Unterschied zu den modernen Lacken ist eine Schellackpolitur jedoch ohne großen Aufwand von geübter Hand jederzeit wieder aufzufrischen oder auszubessern.

 

Fertige Schellackpolitur nach dem entfernen des Polieröls
Fertige Schellackpolitur nach dem entfernen des Polieröls

Ich stimme zu, dass eine gut gemachte Nitrolackierung die klanglichen Eigenschaften des Instrumentes auch nur gering beeinflusst, jedoch steht dem die Verwendung von großen Mengen umweltschädlichen und gesundheitsschädlichen Lösungsmittels gegenüber.

 

In Einzelfällen und je nach Holzart kann ich auch eine Nitrolackierung anbieten.

 

Schellack ("lakh" dieses Wort kommt aus dem Sanskrit) stammt von einem kleinen Laus artigem Insekt, der "Laccifer lacca". Es lebt auf in Indien beheimateten Bäumen. Die Laus saugt den Saft, der aus den Zweigen austritt auf und scheidet ihn wieder als bernsteinfarbene harzige Substanz aus. Diese Substanz hüllt das Insekt wie ein Kokon ein und dient der Eiablage. Dieser Kokon ist der Rohstoff für Schellack.


Schellack ist in Blätterform im Handel erhältlich und wird in der einfachsten Variante nur mit Ethanol in Lösung gebracht. Jedoch hat jeder Gitarrenbauer auch sein eigenes „Geheimrezept“ um ein unvergleichliches Finish aufs Holz zu zaubern.

Durch chemische Behandlung des Rohschellacks wie z.B. bleichen, werde unterschiedliche Farbvarianten hergestellt.

Schellack ist stark Wachshaltig und kann auch als entwachste Ware erworben werden.