Halsverstärkung

Sinn und Unsinn von HAlsverstärkungen


Es gibt verschiedene Vorgehensweisen und Ausführungsvarianten bei den einzelnen Gitarrenbauern und Herstellern um die Biegesteifigkeit der Halskonstruktion zu erhöhen. Die Ausführungsvarianten reichen von unverstärkten Konstruktionen über Holzeinlagen bis hin zu Metall- oder Glasfaserverstärkten Halssystemen.

Eine häufige Ausführungsvariante ist das einlegen von GfK Stäben in eine gefräste Nut unter dem Griffbrett.

 

Ich spreche hier ausschließlich über die starren Systeme mit dem Zweck die Biegesteifigkeit und Formstabilität des Gitarrenhals zu erhöhen und nicht von den bei E-Gitarren und Bässen unverzichtbaren "Trussrod" zur nachträglichen Relief Korrektur und Setup!

 

Für mein eigenes Verständnis habe ich mir diese Varianten mal etwas genauer angesehen um mir Aufschluss über deren Effektivität zu geben.

 

Hier sind die von mir untersuchten Systeme abgebildet:

 

Die Berechnung der effektiven Steifigkeit wurde mittels Integration über die Flächen (Flächenträgheitsmomente 2. Grades) und den einzelnen E-Module durchgeführt. Unter Berücksichtigung des sog. "Steinerschen Satz" waren die Ergebnisse wie bereits zuvor von mir erwartet ausgefallen. Es zeigte sich, dass unter den vorgegebenen Randbedingungen die Steifigkeitsänderungen nur gering ausfallen. Höchstinteressant dürfte für viele sein, dass die so oft propagierte Versteifung mittels GFK Stab nur mäßig abschneidet. Dies ist im Übrigen auf die Lage der GFK Fläche unmittelbar in der nähe des Steifigkeitszentrums zurückzuführen. Hier Schlägt der Satz von Steiner unmittelbar zu, da der Abstand der einzelnen Flächen zum elastischen Zentrum im Quadrat eingeht.

 

 

Die Ergebnisse der effektiven Biegesteifigkeit der einzelnen Systeme:

 

 

 

System 1: Hals ohne Verstärkungsmaßnahmen (100%)

 

 

 

System 2: Hals mit Verstärkung aus Holzeinlage (113%)

 

 

 

System 3: Hals mit Verstärkung aus GFK Stab (105%)

 

 

 

Bei meinen eigenen Gitarren verwende ich demnach ausschließlich das System 2, auch weil mir der Kontrast des Holzes im Hals sehr gut gefällt!